Apenrade muss sich mehr anstrengenProf. Just: Geschäftesterben nimmt zu
Apenrade/ Aabenraa - ( can) » Geschäftesterben ist eigentlich etwas, das man mit kleinen Dorfgemeinschaften auf dem Lande verbindet, von denen heute tatsächlich die wenigsten noch über einen eigenen Kaufmannsladen verfügen.
Doch in den letzten Jahren hat sich dieses Phänomen immer weiter nach oben ausgebreitet und betrifft mittlerweile auch schon sogenannte Stationsorte mit bis zu 5.000 Einwohnern « , erklärt Prof. Flemming Just , Leiter des Instituts für Forschung und Entwicklung im ländlichen Raum an der Süddänischen Universität ( SDU).
Dazu zähle die Stadt Apenrade mit ihren rund 18.000 Einwohnern natürlich nicht. » Ich kann deshalb nicht sagen, ob sich für Apenrade spezielle Umstände geltend machen, die dazu geführt haben könnten, dass zurzeit relativ viele Geschäfte gleichzeitig leer stehen « , so Prof. Just weiter.
Fest stehe allerdings, dass sich im Verlauf der letzten Jahre das Einkaufsmuster der Verbraucher geändert habe und dass davon inzwischen auch kleinere Provinzstädte ( 10.000-15.000 Einw.) be troffen seien.
» Die Verbraucher suchen verstärkt größere Einkaufszentren auf, wie es sie zum Beispiel in Kolding und in Flensburg gibt und wie eines auch in Sonderburg geplant ist . Ohnehin fahren die Leute schon lange nicht mehr einzig wegen der billigen Zigaretten und dem Alkohol nach Deutschland.
Apenrade hat es also im Norden und im Süden mit starken Konkurrenten zu tun und muss sich anstrengen, will es mithalten können, denn anders als zum Beispiel Tondern, kann die Fördestadt nicht von sich be haupten, dass sie von einkaufsfreudigen Touristen überrannt wird. Zu dem liegt Apenrade direkt an der Autobahn, was es nicht nur einfach macht, für Gäste die Stadt zu erreichen, sondern auch für die Apenrader selbst, schnell in andere Städte zu gelangen « , so Flemming Just , der mit der Apenrader Einkaufsstraße bestens vertraut ist.
» Das ist eine Fußgängerzone mit einer ganz besonderen Atmosphäre, einfach unglaublich schön und sehr gemütlich. Die Kommune und der Einzelhandelsverein müssten viel mehr daraus machen, denn es ist einfach kein gutes Zeichen, wenn so viele Geschäfte gleichzeitig leer stehen, zumal dies ja auch schon vor einem halben Jahr der Fall war, wo noch Hochkonjunktur herrschte.